
Foto: © Isolde Ohlbaum
Kyjiw
Oksana Sabuschko
*1960 in Luzk, studierte an der Staatlichen Schewtschenko-Universität Kyjiw und promovierte 1987 in Kunstphilosophie an der Nationalen Akademie der Künste und Wissenschaften in Kyjiw. Seit 1985 veröffentlichte sie zunächst mehrere Gedichtbände. Anfang der 1990er-Jahre lehrte sie an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Ihre literarischen und kunstphilosophischen Essays erschienen in bedeutenden ukrainischen Zeitschriften. Seit der Veröffentlichung ihres Romans „Feldstudien über ukrainischen Sex“ 1996 (dt. 2006), ist sie freie Schriftstellerin. Sie engagierte sich öffentlichkeitswirksam gegen Wahlbetrug und korrupte Politik im Umfeld der Orangenen Revolution 2004/2005, ebenso aktiv war sie als öffentlich wirksame Autorin während der „Revolution der Würde“ (Majdan 2013/2014). Ihre kulturphilosophischen Bücher und Essays spiegeln die Geschichte, Kultur und Leiderfahrung ihres Landes. Seit ihrem preisgekrönten Roman „Museum der vergessenen Geheimnisse“ (ukr. 2009, Droschl 2010) wird sie von Alexander Kratochvil ins Deutsche übersetzt. Ihr Essayband „Planet Wermut“ (dt. 2012 im Droschl Verlag Graz) präsentiert die gesamte Bandbreite ihres Denkens und Forschens. Den russischen Krieg gegen die Ukraine reflektiert sie im Essay „Der lange Abschied von der Angst“ (dt. 2018). Der Beginn der russische Vollinvasion am 24. Februar 2022 überraschte Oksana Sabuschko auf einer Lesereise in Polen, die sie einen Tag zuvor begonnen hatte. Sie selbst bezeichnet diesen Aufenthalt als ihre „längste Buchtour“ – der Titel ihres Langessays, der im September 2022 auf Deutsch im Droschl Verlag erschienen ist.
Stand: 2026