VIERTES DEUTSCH-UKRAINISCHES SCHRIFTSTELLERTREFFEN
IN DER UKRAINE MARIUPOL | 31. AUGUST – 3. SEPTEMBER 2018

Четверта німецько-українська зустріч письменників
в Україні Маріуполь | 31 серпня – 3 вересня 2018

LEITMOTIV

MARIUPOL liegt im äußersten Südosten der Ukraine, direkt am Asowschen Meer. Die Stadt wurde im 18. Jahr­hundert von Krimgriechen gegründet. In der sowjetischen Zeit zwischen 1948 und 1989 hieß sie Schdanow, nach einem aus Mariupol gebürtigen stalinistischen Funktionär. Die Rück­besinnung auf den Ursprungsnamen war ein Meilenstein für die Identität der Stadt. Das Antlitz Mariupols ist noch immer sowjetisch geprägt, vor allem wegen der mächtigen, heute ­einem einzigen Oligarchen gehörenden Stahlwerke »Iljitsch« und »Asowstal«, für die fast fünfzigtausend Menschen der Halbmillionenstadt arbeiten. Der Tiefseehafen, an dem seit den Kämpfen um Mariupol 2014 weniger Schiffe anlegen, ist durch breite Schienenstränge zwischen dem weitläufigen Meeresstrand und der nach Nordosten hin ansteigenden Stadt mit den Stahlwerken verbunden.

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Plötzlich werde es eine
zweite Brücke geben,
nicht aus Eisen, nicht aus Stein,
nicht einmal aus Holz.
Nein aus Papier, jawohl:
aus Zigarettenpapier.

 

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MANÈS SPERBER

Es heißt, es gäbe keine Buchhandlungen hier, auch keine nennenswerte Literaturszene. Aber unser Literatur­projekt ist höchst willkommen: der kulturell motivierten Stadt­spitze, der sehr aktiven Stadtbibliothek, die gerade ein ­Literaturmuseum einrichtet, dem sprachorientierten Stadt­lyzeum und den geisteswissenschaftlich bedeutenden Universitätsfakultäten. Sie mögen dazu beitragen, dass Neu­ankommenden große Offenheit entgegengebracht wird.

Mariupol_01Tausende von Binnenflüchtlingen aus dem Kriegsgebiet im Osten der Ukraine soll Mariupol aufgenommen haben. Nur zwanzig Kilometer vor der Stadt verläuft die Frontlinie, und die Grenze zu Russland ist nah. Weil mit der Hafenstadt der Landweg zum Meer gesichert gewesen wäre, war Mariupol 2014 zu einem umkämpften Ziel der prorussischen Separatisten geworden. Die Stadt hat sich jedoch ihre Freiheit erhalten. Маріуполь – це Україна / Mariupol ist Ukraine lautet der Wahlspruch. Ein guter Ort für »Eine Brücke aus Papier« und ihrem vierten ukrainisch-deutschen Schrift­stellertreffen. Der Flughafen Mariupol ist seit den Kämpfen stillgelegt. Man reist mit dem Nachtzug aus Kiew, Lwiw oder Dnipro an. Bei der Ankunft fällt der Blick auf die gigan­tischen Stahlwerke, die sich am Horizont erheben. Erst wenn man durch die Straßen flaniert und das südliche Ende des historischen Parks erreicht hat, weitet sich vor dem Auge scheinbar friedlich das Meer.

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Was Mariupol wirklich bewegt, wird das Treffen der Schrift­stellerinnen und Schriftsteller zum Vorschein bringen: in Gesprächen, Vorträgen und Debatten im neuen Kultur­zentrum Platforma Tju, beim aktiven Besuch des Buch- und Pressefestes der Stadt Mariupol im historischen Stadtpark, der Lesenacht im Kulturpalast »Jugend« und den Exkursionen in das Stahlwerk und die Historie Mariupols – im Austausch mit der Stadt und ihrem Publikum.

EINE BRÜCKE AUS PAPIER steht für den Austausch mit Schriftstellern und Künstlern in einem Land, von dem wir noch immer zu wenig wissen, das uns, sind wir erst einmal angekommen, aber schnell vertraut ist. Schriftsteller, Musiker und Künstler gestalten das Projekt mit der engagierten Unterstützung von Übersetzern, Historikern, Literatur- und Kunstvermittlern, Verlagen, Galerien und Kuratoren. Eine Brücke aus Papier will Leserinnen/Leser und Kunstbegeisterte in beiden Ländern erreichen. Seit 2015 konnten so enge literarische und künstlerische Verbindungen geknüpft werden, die in Deutschland und in der Europäischen Union weiterwirken und die Ukraine als ein zu entdeckendes Land und als uns zugehörig zeigen.

 

2015 LWIW2016 DNIPRO \  2017 CHARKIW2018 MARIUPOL2019 MÜNCHEN

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